auxilium-online.net - Wörterbuch und Community für Latein
Start > Forum > Thema > Thread
triumphus
Du musst dich einloggen, um neue Beitr?ge schreiben zu k?nnen.
Autor Beitrag
DE-50937
1424 Beitr?ge
24.02.2011, 13:47 Uhr
triumphus
Ist triumphus bei mir zu allem Überfluss auch noch tryumphus ein griechisches Lehnwort? Aufgrund der Renovierungsarbeiten im Lesesaal der Kölner Unibibliothek ist das Buch über die griechischen Lehnwörter leider 'für mehrere Monate' nicht einsehbar. Ich bastel an der Begründung der Schreibungsänderung von i nach y.

Immerhin gibt es die Ernout-Etymologie auch noch in der römischen Rechtsgeschichte und kann dort verwendet werden.

Na, so macht wissenschaftliches Arbeiten doch Spaß!

Viele Grüße von Paula
Dies novus novas spes apportat.
DE-76275
710 Beitr?ge
24.02.2011, 19:06 Uhr
Huhu Paula,

der Fremdwörterduden sagt: Triumph ist latein. Vielleicht ist das y nur eine mittellateinische Orthographievarianz. Woher kommt Dein Autor nochmal? In den romanischen Sprachen wird y ja in der Regel schon früh wie i ausgesprochen, deswegen sind beide in der Schreibung oft austauschbar (natürlich nur bis zur Einführung einer verbindlichen Rechtschreibung...)

Aber so als angehende Bibliothekarin muss ich doch mal sagen: Kann die UB den Umbau nicht anders organisieren?! So geht's ja nun gar nicht!

Bon courage,
A.
Bene convenit scribi quod non convenit oblivisci.
DE-50937
1424 Beitr?ge
24.02.2011, 20:00 Uhr
Hallo A.,

die Alexandreis ist von Walter von Châtillon, entstanden 1178 - 1182. Ob triumphus griechischen Ursprungs ist, brauche ich, um die richtige Begründung für die andere Schreibweise zutreffend begründen zu können. Peter Stotz hierzu: 'Die Schreibung von y statt i ist gewissermaßen der Prototyp hyperurbaner Bestrebungen in der Handhabung der lat. Sprache im MA; sie ist für die Geschichte der Bildung und des Sprachdenkens von hohem Interesse.'
Bereits in der Antike, so argumentiert STOTZ weiter, habe sich durch die Absicht, die Schreibweise möglichst nahe der Aussprache anzugleichen diese Änderung der Schreibung angedeutet und sich im Mittelalter weiter verbreitet. Bei griechischen Lehnwörtern war es besonders verbreitet.

Ich werde mich im Weiteren jetzt für 'Zahlreich sind aber auch die Fälle, da in rein-lat. Wörtern y für i gesetzt wird. [...] Wiederum gilt, daß man im späteren MA immer wieder neu y für i einsetzte, wo es einem gerade passend schien.'

Begründen werde ich es damit, dass kein griechisches Lehnwort vorliegt und die Schreibweise weniger üblich zu sein scheint. In der Poetria Nova gibt es keine einzige Stelle mit dieser Schreibart.

Damit hätte ich wieder drei bis vier Reihen in meiner Hausarbeit gefüllt und widme mich jetzt dem Problem, warum im Text inmensa und nicht immensa steht. Bis zu dem Satzteil 'teils ist die Sandhiwirkung am Werk' bin ich schon gekommen. Wenn das so weiter geht, brauche ich noch Jahre für den letzten Hauptseminarschein.

Danke für die Rec herche und liebe Grüße aus Köln

K 1
Dies novus novas spes apportat.
(c) 2006-2020 Dr. Alexander Hoffmann - www.auxilium-online.net - Lateinwörterbuch und Latein-Community