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AUsnahmen bei der Verbenbildung
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Autor Beitrag
DE-82413 München
1 Beitrag
22.02.2016, 12:11 Uhr
AUsnahmen bei der Verbenbildung
Hallo liebe Leute,

ich beginne grade damit, Latein zu lernen, da ich dummerweise kein Latinum in der Schule gemacht habe, aber nächstes Jahr Medizin studieren möchte.
Bis jetzt klappt auch alles recht gut, nur sind mir drei seltsame AUsnahmen aufgefallen :

1. Bei der Bildung des Präsens nimmt man ja den STamm + a/e/i + Endung - bei der 1. und 3. Konjugation in der 1. Person SIngular fällt jedoch das a bzw das i weg - Bsp. : Amare --> amo statt amao (1.Konj.) oder Ponere --> pono statt ponio (3. Konjugation) - Warum ist das so?

2. Bei der Präsensbildung der 3. Person Plural in der 3. und 4. Konjugation wird aus dem Stamm + i + nt ein -unt statt ein -int - Bsp.: Ponere --> ponunt statt ponint (3. Konj.) - Warum ist das so?

und dann habe ich ein paar Übungsaufgaben gemacht, hierbei fiel mir der dritte Punkt auf :
Ich soll teneo ins Imperfekt setzen - bei mir wäre das dann Stamm + e + ba + Endung also tenebam (-m statt -o) aber in der Lösung steht tenebat - Warum ?

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe,
Viele Grüße vom Schreibtisch - eure Samson
DE-63073
1387 Beitr?ge
07.04.2016, 13:16 Uhr
War lange nicht mehr hier. Falls du (oder sonstwer) noch mitliest:

Generell: Latein ist nur ziemlich regelmäßig.

Man kann die meisten Besonderheiten zwar sprach- und lautgeschichtlich erklären, aber diese Regeln sind komplizierter, als wenn man die Ausnahmen einfach mitlernt.

Regel zum Lernen: Beim Präsens hängt man in der a-, e-, i- und kurz-i-Konjugation (der Kennvokal wird zum Stamm gezählt) die Endung an den Stamm. Ausnahmen: o frisst a, zwischen i und nt kommt noch ein u. Bei der konsonantischen Konjugation kommt zwischen Stamm und Endung einmal nichts, viermal i, einmal u.

Komplizierte Herleitung: Geht man von der indogermanischen Unterscheidung zwischen athematischen und thematischen Verben aus (d. h. solchen, die die Endung direkt an den Stamm nehmen und solchen, bei denen ein 'Themavokal' eingefügt wird), so verteilt sich das im Lateinischen dann so: Verben, die im Präsensstamm einen Kennvokal (a, e, i) annehmen, haben keinen Themavokal außer zwischen i und n und nach Futur-b, konsonantische Verben haben den Themavokal vor konsonantischer Endung. Der Themavokal, der im Indogermanischen mal e bzw. o war (Ablautverhältnis wie tegere und toga, oder auch singen und gesungen im Deutschen), lautet lautgesetzlich i vor s, t und m, u vor nt und e vor r, nd und ns. Alles klar? ;)

Gruß
th60
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